Die Swissbau Focus setzte sich mit den Herausforderungen nachhaltigen Bauens und Erneuerns auseinander. Im Rahmen eines Workshops legte David Naef, Geschäftsführer Halter Immobilien, seine Sicht dar und zeigte worauf es bei der Sanierung von Gebäuden ankommt, um sie für die Energiezukunft fit zu machen.
Unter den in der Schweiz rund 21'000 Minergie-zertifizierten Gebäuden sind nur gerade mal 2'000 sanierte Altbauten. Dies verdeutlicht, dass bei Neubauten Nachhaltigkeit praktisch Standard ist, während bei Altbauten ein riesiger Nachholbedarf besteht – und auch ein enormes Potential. Denn durch die energetische Sanierung des bestehenden Gebäudebestands kann so viel Energie und CO2-Ausstoss eingespart werden, wie sonst nirgends. Der Energiebedarf Wärme eines bestehenden Gebäudes in der Schweiz liegt im Durchschnitt rund zehnmal höher, als bei einem effizienten neuen Gebäude
Um die Transformation des Schweizer Gebäudeparks voran zu bringen, müssen alle an der Sanierung beteiligten Akteure spezifische Fachkompetenzen mitbringen. Denn meistens müssen bei energetischen Sanierungen von bestehenden Gebäuden verschiedene Rahmenbedingungen berücksichtigt werden: So kann zum Beispiel bei einem Altstadthaus nicht einfach eine Gebäudehülle energetisch verbessert, ein Sonnenkollektor oder eine Photovoltaikanlage auf dem Dach platziert oder eine Bauteilaktivierung nachträglich eingebaut werden. Es ist somit einleuchtend, dass die Wege der Transformation zum emissionsfreien Betrieb der bestehenden Gebäude individuell sein müssen. Es braucht gegenüber den Neubauten abweichende Ansätze, die der Tatsache Rechnung tragen, dass jedes Gebäude an einem anderen Ort steht, eine andere Nutzung und eine andere architektonische Qualität hat.
Die Aufgaben, welche es im Rahmen eines Sanierungsprojektes zu lösen gibt, sind in der Regel komplex und vielfältig. Diese Aufgaben können von den einzelnen Gewerken im Alleingang nicht zufriedenstellend erfüllt werden. Die Transformation des Gebäudeparks verlangt daher nach einem partnerschaftlichen, interdisziplinären Prozess der beteiligten Architekten, Bauherren, Ingenieure, Planer und Behörden.
Im Workshop des Fachvereins für Gebäudetechnikplanung und der Berufsgruppe Technik und Industrie des SIA wurden erfolgreiche Sanierungsprojekte von Wohngebäuden vorgestellt und mit dem Publikum diskutiert. In je einem Kurzreferat eines Architekten, eines Ingenieuren und eines Investors wurden die aus der jeweiligen Perspektive wichtigen Aspekte beleuchtet und im Anschluss auf dem moderierten Podium diskutiert.